Was ist eigent­lich Hypnose?

Hypnose ist ein metho­di­scher Weg, mit sug­ges­ti­ver Beein­flus­sung einen tief ent­spann­ten Bewusst­seins­zu­stand her­bei­zu­füh­ren. Ziel ist eine hyp­no­ti­sche Trance, in der emo­tio­na­le Zustände gesteu­ert und kör­per­ei­ge­ne Res­sour­cen gezielt akti­viert werden können. Erreicht wird dieser ent­spann­te Tran­ce­zu­stand durch eine Art „Anlei­tung zum Abschal­ten“, so dass der Patient gewis­ser­ma­ßen in Tag­träu­me­rei­en abglei­tet. Dabei unter­schei­det man zwischen leichter Trance (Schläf­rig­keit, Schwere in den Gliedern) mitt­le­rer Trance (Ein­tau­chen in Fan­ta­sie­wel­ten) und tiefer Trance, ähnlich einer traum­lo­sen Tiefschlafphase.

Wert­vol­le The­ra­pie­un­ter­stüt­zung in der Medizin

Mit der im TV ver­brei­te­ten Show-Hypnose, wo Menschen ein Pendel anstar­ren und auf Kommando in Tief­schlaf fallen, hat Medi­zi­ni­sche Hypnose nichts zu tun. Im Gegen­teil: Medi­zi­ni­sche Hypnose ist eine wis­sen­schaft­lich aner­kann­te Methode der Psy­cho­the­ra­pie (auch genannt Hyp­no­the­ra­pie) und seit vielen Jahren bewährt. Zum Beispiel bei der Behand­lung von Ängsten, chro­ni­schen Schmer­zen, Süchten, Herz-Kreis­lauf-Pro­ble­men und Erkran­kun­gen des Ner­ven­sys­tems. Auch akute Schmer­zen, aus­ge­löst z.B. durch Ope­ra­tio­nen, können stark abge­mil­dert werden.

Hypnose in der Medizin und Zahnmedizin

Klinisch-medi­zi­ni­sche Hypnose widmet sich primär der Angst vor zahn­me­di­zi­ni­schen oder medi­zi­ni­schen Ein­grif­fen und der Lin­de­rung von Behand­lungs­schmer­zen und Ver­span­nun­gen. Ins­be­son­de­re bei längeren Behand­lun­gen ist das vorteilhaft.

Anwen­dungs­be­rei­che:

  • Angst vor Spritzen
  • Angst vor zahn­me­di­zi­ni­schen oder medi­zi­ni­schen Eingriffen
  • Akute und chro­ni­sche Schmerzen
  • Absehbar längere Behandlungsdauer
  • Ver­span­nun­gen
  • Über­mä­ßi­ger Würgereiz
  • Zäh­ne­knir­schen (nachts)
  • Pro­the­sen­un­ver­träg­lich­keit
  • Kopf­schmer­zen mit Bezug zur Zahnheilkunde
  • Erhöhtes Nar­ko­se­ri­si­ko
  • Neigung zur Ohnmacht
  • Alter­na­ti­ve zur Voll­nar­ko­se bei klei­ne­ren ambu­lan­ten Eingriffen
  • Der­ma­to­lo­gie: Behand­lung von auto­im­mu­no­lo­gisch beding­ten Hauterkrankungen
  • Geburts­hil­fe: erleich­ter­te Entbindung

Hypnose in der Psychotherapie

Hypnose ist mitt­ler­wei­le ein aner­kann­tes und wich­ti­ges Werkzeug in der Psy­cho­the­ra­pie. Aus­ge­bil­de­te Psy­cho­lo­gen und Psy­cho­the­ra­peu­ten nutzen Hypnose, um dem Klienten oder der Klientin den Zugang zu im Unter­be­wusst­sein abge­spei­cher­ten Infor­ma­tio­nen zu ermöglichen.

Einige Anwen­dungs­be­rei­che

  • Ängste
  • Süchte (Alkohol, Drogen, Nikotin)
  • Chro­ni­sche Schmerzen
  • Res­sour­cen­ar­beit
  • Alters­re­gres­si­on
  • Depres­si­on, Burnout
  • Lösungs­ori­en­tier­te Arbeit

Wie wird Hypnose empfunden?

Das per­sön­li­che Gefühl während einer Hypnose wird sehr häufig mit der Über­gangs­pha­se in den Schlaf ver­gli­chen, wenn Geist und Körper zur Ruhe kommen. Setzt die Behand­lungs­tran­ce ein, spiegelt sich dies z.B. in einer ruhigen, tiefen Atmung (Bau­ch­at­mung) und ver­lang­sam­tem Puls wider. Der Blut­druck sinkt, die Muskeln ent­span­nen, das Zeit­ge­fühl ver­schwin­det. Die Schmerz­emp­find­lich­keit sinkt erheb­lich und Schmer­zen können nahezu aus­ge­blen­det werden.

Rück­bli­ckend wird die medi­zi­ni­sche oder zahn­me­di­zi­ni­sche Hyp­no­se­be­hand­lung von Pati­en­ten zumeist als angenehm und ent­spannt emp­fun­den, gekenn­zeich­net zwar von einer klaren Wahr­neh­mung des eigenen Körpers, aber dennoch los­ge­löst und frei von Angst, starken Schmer­zen und Stress.

Ablauf einer Hyp­no­se­be­hand­lung beim Arzt und Zahnarzt

Vor­aus­set­zung für eine erfolg­rei­che ärzt­li­che oder zahn­ärzt­li­che Behand­lung unter Hypnose ist zunächst ein ver­trau­ens­vol­les Gespräch, in dem der medi­zi­ni­schen Befund, das Behand­lungs­ziel und alle offenen Fragen seitens des Pati­en­ten bespre­chen und klären.

Ein wich­ti­ger Punkt dabei ist, dass der Patient auch im Tran­ce­zu­stand, also auch während der Hyp­no­se­be­hand­lung, die volle Kon­trol­le über sich behält.

Um die Behand­lungs­tran­ce her­bei­zu­füh­ren, werden je nach Alters­grup­pe unter­schied­li­che auto­sug­ges­ti­ve Methoden benutzt. Erwach­se­nen­hyp­no­se folgt häufig einer didak­ti­schen Vor­ge­hens­wei­se mit sehr klarem Muster.

In der Kin­der­hyp­no­se dagegen sind anschau­li­che­re Formen not­wen­dig. Kinder werden je nach Alter mit Puppen, Späßen oder kleinen Zau­ber­tricks fas­zi­niert und anschlie­ßend mit Geschich­ten, Märchen oder Fabeln in Trance geführt.

 

Was ist eigentlich Hypnose? 1

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Vorteile der ärzt­li­chen oder zahn­ärzt­li­chen Behand­lung unter Hypnose

Ähnlich wie beim Lesen, Basteln oder Joggen, wenn wir unsere gesamte Auf­merk­sam­keit auf eine Tätig­keit fokus­sie­ren, ist es auch in der Trance: Wir kon­zen­trie­ren unsere Gedanken auf ein bestimm­tes Thema. Eben dieser Tran­ce­zu­stand wird bei der medi­zi­ni­schen und zahn­me­di­zi­ni­schen Hyp­no­se­be­hand­lung gezielt her­bei­ge­führt und verstärkt.

Nun kann sich der Patient mental aus der (angst­be­setz­ten) Situa­ti­on ent­fer­nen und sich kraft seiner Vor­stel­lun­gen auf ange­neh­me Themen kon­zen­trie­ren und sich dabei in Gedanken, Fan­ta­sien oder Erin­ne­run­gen verlieren.

Für die Behand­lung in der Arzt- und Zahn­arzt­pra­xis bedeutet das:

  • Die Behand­lungs­si­tua­ti­on ist angst­frei und entspannt,
  • Schmer­zen werden vom Pati­en­ten kaum als solche wahr­ge­nom­men, und
  • die Behand­lungs­dau­er erscheint viel kürzer als sie tat­säch­lich ist.

Für wen kommt Hypnose in Frage?

Hypnose, und damit auch medizinisch/ kli­ni­sche Hypnose, kommt nahezu für Menschen jeden Alters in Frage. Aller­dings ist für jeden Pati­en­ten indi­vi­du­ell zu klären, ob er durch hyp­no­ti­sche Sug­ges­ti­on in den gewünsch­ten Tran­ce­zu­stand versetzt werden kann. Studien der Deut­schen Gesell­schaft für zahn­ärzt­li­che Hypnose (DGzH) zeigen, dass 80 % der Erwach­se­nen gut auf Hypnose anspre­chen, weitere 10 % sogar sehr gut.

Kinder können bereits ab dem 3. Lebens­jahr von den Vor­tei­len der Hypnose pro­fi­tie­ren. Je nach Ver­an­la­gung („Träumerle“/„Zappelphilipp“) kommen dabei unter­schied­li­che Induk­ti­ons­me­tho­den der Kin­der­hyp­no­se zum Tragen.

Eine zahn­me­di­zi­ni­sche oder medi­zi­ni­sche Behand­lung unter Hypnose für Personen mit “psy­chi­scher Vor­ge­schich­te”, d.h. für Pati­en­ten, die sich entweder in Psy­cho­the­ra­pie befinden oder es einmal waren, darf nicht oder nur nach vor­her­ge­hen­der Abspra­che mit dem behan­deln­den Arzt/Psychotherapeuten stattfinden.

Wer darf Hypnose in der Medizin, Zahn­me­di­zin oder Psy­cho­the­ra­pie anwenden?

Ärzt­li­che, zahn­ärzt­li­che oder psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Behand­lun­gen unter Hypnose sollten Sie nur von einem Arzt, Zahnarzt oder Psy­cho­the­ra­peu­ten mit der ent­spre­chen­den Qua­li­fi­ka­ti­on inklu­si­ve Zer­ti­fi­zie­rung durch­füh­ren lassen.

Unsere mindCRAFT -Audioprogramme:

Hier sehen Sie einen Überblick über unsere aktuellen Audioprogramme zur Selbtshypnose:

Selbsthypnose für Einsteiger

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Medizin & Therapie

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